BIOGRAPHISCHES

Als Geigerin unterwegs zu sein ist für mich ein großes Glück, da ich immer eine künstlerische Entwicklung verfolgt habe. Sie speiste sich einerseits aus den Begegnungen mit Musikern und Künstlern und andererseits aus den eigenen Ideen und fügte sich für mich zu einem stimmigen Weg. Um die vielschichtigen, lebendigen Phänomene der Musik tiefer zu begreifen, habe ich lange Jahre nur noch improvisiert. Erst als ich begriff, dass der Augenblick auch für die Interpretation das entscheidende Kriterium ist, war das Bedürfnis neu entfacht wieder Literatur zu studieren.

 

Nach meinem Geigenstudium in Alfter an der Alanushochschule bei Prof. Werner Heutling und in Würzburg an der Hochschule für Musik bei  Prof. Conrad von der Goltz und Prof. Kolja Lessing stellte sich mir die Frage nach dem Neuen der musikalischen Phänomene. Die Improvisation bot mir Möglichkeiten Antworten zu finden. Die Nominierung für das 6. Nachwuchsforum der Gesellschaft für Neue Musik mit einer Soloimprovisation 2001 bestätigte mich auf diesem Weg.

 

Die Mitgliedschaft in verschiedenen Improvisationsensembles Gruppe Freie Musik Dresden, IndiviDuo und nu ART trio gewährleisteten mir den Austausch mit Kollegen, im besonderen mit dem Pianisten Thomas Reuter und dem Saxophonisten Andreas Krennerich und ermöglichten mir ein weites Erfahrungsfeld durch eine rege Konzerttätigkeit. Gleichzeitig war eine inspirierte Weitergabe dieser lebendigen Musizierart in Improvisationskursen hauptsächlich in Kassel, aber auch in Weimar und Stuttgart möglich.

 

Es entstanden neben Konzertprogrammen viele interaktive Projekte in Ausstellungen, Lesungen, Tanzaufführungen, LandArt, Theater, auch im politischen Kontext. Einerseits mit verschiedenen Kammermusik-Ensembles, aber auch in Soloprogrammen mit eigenen Kompositionen. Hier begann eine für mich wichtige Entwicklung: das Einsetzen meiner Stimme zur Geige. Das Ergebnis ist ein sehr persönlicher, unverwechselbarer, facettenreicher Klang.

 

Die Zusammenarbeit mit der Cellistin Barbara Brauckmann im DUO PERLATO führte zu neuen Qualitäten der Interpretation. Gemeinsam kümmerten wir uns um die Fragen der historischen Aufführungspraxis und erarbeiteten Literatur bis ins 21ste Jahrhundert.

 

Es zeigte sich für mich, dass das Zusammenwirken mit anderen Künstlern die Anliegen wechselseitig vertieft und berührt. Besonders die Zusammenarbeit 2014 mit dem Regisseur Dieter Bitterli in WASSER BRENNT erwies sich dabei als Frucht dieser Aktivitäten.

 

Das SCHELLBERG-TRIO mit dem Klarinettisten Stefan Hülsermann aus Kassel und dem Pianisten Martin Stortz aus Stuttgart ist eine klanglich interessante Besetzung. Es verbindet uns das Interesse von der klassischen Moderne bis zur Neuen Musik.

 

Das DUO APERTO mit der Flötistin Ricarda Murswiek aus Heidelberg überzeugt interpretatorisch durch die große Sorgfalt im Zusammenspiel. Die gemeinsamen Inprovisationen bekommen ihre Kraft aus einer sehr selbständigen Führung der Linien und dadurch einem nuancierten Zusammenwirken.

 

Die künstlerische Arbeit befruchtet meine über dreißigjährige Unterrichtserfahrung. Mich interessieren die nicht immer gradlinigen, sehr unterschiedlichen Entwicklungen meiner Schüler und ich suche nach einer Vertiefung der methodischen Fragen. Unterrichtsaufbau, Unterrichtspsychologie, die Vorgänge der Tonbildung, die Verknüpfung von Hören und Bewegung, überall werden Fragen aufgeworfen - jeder Schüler bringt durch seine Fähigkeiten, Begabungen und Schwierigkeiten neue Aspekte von Lösungen und Wegen ins Spiel. 

 

Sehr anregend ist die Situation Lernende zu sein in meinem Gesangsunterricht in der funktionalen Stimmpädagogik nach Eugen Rabine bei Susanne Eisch, Uwe Götz, Prof. Eugen Rabine und Thomas Mattern. 2018 habe ich die Grundausbildung zum Certified Rabine-Teacher (CRT) in Walheim begonnen.